Hunde sind außergewöhnlich gut an ein Leben in der Nähe des Menschen angepasst. Hypothesen besagen, dass Veränderungen ihres Temperaments (z. B. Geselligkeit, Zahmheit und/oder erhöhte Unterwürfigkeit) und ihrer kognitiven Fähigkeiten während des Domestikationsprozesses für ihre Fähigkeit zur Interaktion und Kooperation mit dem Menschen verantwortlich sein könnten. Durch den Vergleich der sozialen und kognitiven Fähigkeiten von Wölfen und Hunden mit denselben Lebenserfahrungen sowie von Haushunden haben wir begonnen, die verschiedenen Hypothesen zu untersuchen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass sich Wölfe und Hunde zwar in einigen entscheidenden Aspekten unterscheiden, die ein sicheres Zusammenleben und -arbeiten mit dem Menschen gewährleisten, dass die Unterschiede aber geringer sind als erwartet und dass die Sozialisierung sowohl eine wichtige Rolle zu spielen scheint.
Aufnahme vom 02.12.2021
Referent:In:
Friederike Range
Associate Professor Dr. Friederike Range
In den vergangenen Jahren hat sie sich in ihrer Forschung vor allem mit den Auswirkungen der Domestikation von Wölfen und Hunden befasst. Besonders interessiert sie sich für die Mechanismen, die der Kooperation zugrunde liegen, und für die Faktoren, die soziale Beziehungen innerhalb und zwischen verschiedenen Arten (z.B. Mensch-Tier-Beziehung) beeinflussen können. In den letzten Jahren hat die Feldforschung wieder an Bedeutung gewonnen, und sie und ihr Team haben begonnen, ihre Forschung auf freilebende Wolfs- und Hundepopulationen auszuweiten, um auch zu verstehen, wie deren Sozio-Ökologie das Verhalten beeinflusst